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Les Succès Parisiens – Ein Pariser Mandolinenbuch um 1900…

Ein altes Mandolinenbuch aus Paris wartet schon lange darauf dass ich es einscanne. Ich vermute dass das Buch um 1900 von einem Liebhaber zusammengestellt wurde. Wie es in dieser Zeit öfters gemacht wurde wurden Hefte und Einzelausgaben in einem gebunden Buch zusammengefügt.

Am Anfang des Buches steht ein Heft mit dem Titel „Les Succès Parisiens“ – Collection de Motifs choisis sur des Mélodies, Fantaisies, Dansesm etc., Arrangés par R. Bacchini. Es handelt sich also um einige der erfolgreichsten Stücke vom Ende des 19. Jahrhundert in Paris.

Über den Bearbeiter Romolo Bacchini habe ich bisher wenig herausgefunden. Einige Stücke des Komponisten von 1901 findet man in der Onlinebibliothek Gallika der Französischen Nationalbibliothek.

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Les Temps des Cerises – youtube PLayliste

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Geschichte der Mandoline

Jean und Janvier Pietrapertosa – Vater und Sohn –…

Jean und Janvier Pietrapertosa gehören zu den Mandolinenspielern und Lehrern die in der Zeit um 1900 im Raum Paris die Mandoline populär gemacht haben. Beide haben Mandolinenschulen veröffentlicht, eigene Stücke komponiert und viele Hits der Zeit für Mandolinen bearbeitet.

Bisher ist über die Geschichte dieser beiden nicht viel bekannt – ja oft ist nur von einem Jean Pietrapertosa die Rede.

Vor Kurzem habe ich nun ein Dokument entdeckt das etwas Licht in die Geschichte von Jean Pietrapertosa und seinem Sohn Janvier Pietrapertosa Fils bringt. Ein „Lexikon der Zeitgenossen“ aus der Zeit kurz nach 1900 enthält Biografien von Vater und Sohn. Die Ausgabe in der bnf hat einen Stempel von 1906, die Ausgabe im Internet Archiv wird etwas später datiert – aber das ist unerheblich.

Quelle: Dictionnaire national des contemporains: contenant les notices des membres de l’Institut de France, du gouvernement et du parlement français, de l’Académie de médecine…. T. 5 / sous la dir. de C.-E. Curinier (1906)  http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k82888j.image

Das Buch ist auch bei archive.org zu finden: https://archive.org/stream/dictionnairenati05curiuoft#page/n73/mode/2up


Vater: Jean-Ferdinand-Salvator Pietrapertosa

PIETRAPERTOSA (Jean-Ferdinand-Salvator)

Musicien, né à Naples (Italie) le 10 juin 1855.

Déjà, dans sa ville natale où il accomplit ses études, M. Pietrapertosa s’était fait connaître comme mandoliniste solo, lorsqu’en 1882, il vint en France, où il acclimata bientôt son instrument, qui y était presque tombé en oubli. Il devint, peu de temps après, mandoliniste solo de l’Opéra-Comique, puis de l’Opéra.

M. Pietrapertosa a écrit plusieurs compositions pour la mandoline, dont les plus importantes sont la Nuit d’automne et la Marche du Mandoliniste. Il est l’auteur, en collaboration avec M. Alissa, de la musique de Mariage galante, opéra-comique de MM. Oswald et Boucheron, représenté à l’Olympia en 1892, et d’une Méthode de Mandoline.

On lui doit aussi l’invention d’un système perfectionné de mandoline et d’un pupitre-pédale.

Naturalisé français en 1892, M. Pietrapertosa est décoré du Medjidié et de divers autres ordres.

Übersetzung:

PIETRAPERTOSA (Jean-Ferdinand-Salvator)

Musiker, geboren in Neapel (Italien) am 10. Juni 1855. Schon in seiner Geburtsstadt wo er seine musikalischen Studien absolvierte war er als Solomandolinist bekannt. 1882 kam er nach Frankreich wo er bald danach sein Instrument sehr bekannt machte das bis dahin fast in Vergessenheit geraten war. Er wurde kurz darauf Solomandolinist der Opéra-Comique und später auch der Oper.

Herr Pietrapertosa hat zahlreiche Kompositionen für die Mandoline geschrieben, die wichtigsten davon sind „Nuit d’automne“ und „Marche du Mandoliniste“. Er ist – zusammen mit M. Missa – Komponist der Musik von „Mariage galant“, komische Oper von Oswald und Boucheron die 1892 am Olympia aufgeführt wurde und einer Mandolinenschule.

Man verdankt ihm auch die Erfindung eines „système perfectionné de mandoline“ (fortgeschrittenes Mandolinensystem) und eines „pupitre-pédale“.

Pietrapertosa wurde 1892 in Frankreich eingebürgert und geehrt mit dem Medjidié und anderen Orden. Read more „Jean und Janvier Pietrapertosa — Vater und Sohn — Mandolinenschulen und Kompositionen für Mandoline“

Mandolin' Club de Paris Mandolinenorchester

Der Mandolin‘ Club de Paris – Zwei Videos und…

Der Mandolin‘ Club de Paris war ein sehr erfolgreiches Mandolinenorchester das viele Schallplattenaufnahmen veröffentlicht hat. Das Orchester wurde von Jeanne Ricada Mathorez (1887 – 1980) geleitet. 1954 bekam eine Aufnahme den Grand Prix du Disque (siehe unten).

Bei Spotify kann man zwei Alben anhören die auch heute noch verkauft werden. Ich habe mir einige Aufnahmen des Mandolin‘ Club bei Spotify angehört – dabei sind einige interessante Aufnahmen. Bei „La Paloma“ wird die Melodie von der Hawaii-Gitarre gespielt, bei den spanischen Stücken sind Kastagnetten zu hören, oder das Orchester läßt laute Olé Rufe hören.

Kürzlich habe ich die beiden folgenden Videos des Mandolin‘ Club de Paris bei youtube entdeckt, beide Videos sind wirklich sehenswert – also unbedingt ansehen! Übrigens: Die Dirigentin J. Ricada Mathorez war beim zweiten Video schon 80 Jahre, beim ersten Video fast 87 Jahre alt (geb. 1887).

2 03 1974 Mandolin‘ Club de Paris Top à Jacques Dutronc

Le Mandoline Club de Paris joue „Les bateliers de la Volga“

26 novembre 1968
Le Mandolin’s Club de Paris joue „Les bateliers de la Volga“, musique traditionnelle russe. Émissions TV, Archive tv, Archive television, tv replay live, live music, french tv Images d’archive INA
Institut National de l’Audiovisuel
http://www.ina.fr

Video muss direkt bei youtube angesehen werden: http://youtu.be/rJJ_YPooEA4

Ich habe gerade die folgenden Noten gekauft, zwei Stücke von Jose Sentis – Cortijera und Ole Jerez! – die auch vom Mandolin‘ Club de Paris aufgenommen wurden. Auf der Titelseite der Noten wird wie folgt geworben:

2 Formidables Paso Dobles de Celebre Compositeur Espagnol Jose Sentis.

Cortiera – Olé Jérez!

Enregistrés sur disques Festival par

Le Mandolin‘ Club de Ricada Mathorez

Grand Prix du Disque 1954

Schon länger besitze ich eine Postkarte des Mandolin‘ Club. Hier die Titelseite der Noten mit der Abbildung des Mandolin‘ Club und die Postkarte als Gallery (Bilder klicken für große Ansicht)

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Allgemein

Joseph Rico – Der berühmte Komponist aus Neapel in…

Joseph Rico (1876-1957) war ein Komponist der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris sehr erfolgreich war. Berühmt ist er für seine langsamen Walzer, aber er hat auch mehrere Hefte speziell für Mandoline veröffentlicht – kein Wunder, denn Joseph Rico stammt aus Neapel und spielte selbst die Mandoline.

Ich habe 5 Hefte mit Stücken von Joseph Rico und habe gerade ein Stück für youtube aufgenommen. Es handelt sich dabei um einen Schottisch – ein Modetanz der auch als ein Vorläufer des Ragtime betrachtet wird. Beim Durchspielen eines der Hefte ist hat mir dieses Stück am besten gefallen.

Ich spiele es als Mandolinensolo, im Prinzip gab es aber wohl eine komplette Fassung für Mandolinenorchester oder Estudiantina wie diese Ensembles in Paris damals genannt wurden. Im Laufe des Videos habe ich auch Titelblätter der Mandolinenhefte von Joseph Rico eingebaut.

La Mandoline en France – Joseph Rico – Schottisch Indiscrète

Eternel Souvenir – Joseph Rico – Romance Sans Paroles

Eine der bekanntesten Kompositionen von Josep Rico ist der gesungene Walzer J’ai tant pleuré, der 1907 sehr erfolgreich war und von dem es mehrere youtube Videos gibt. J’ai tant pleur’e ist übrigens auch in einem der Mandolinenhefte enthalten, zudem besitze ich eine Einzelausgabe dieses Walzers.

Bérard – J’ai tant pleuré – 1907 (Belle Epoque)

J’ai tant pleuré (J. Rico)
(Valse Chantée)
(avec accompagnement d’Orchestre)
Mr. Bérard
de l’Eldorado, Paris

Disque Odéon, chanson n° 60518
ca. 1907

Encore une chanson d’Adolphe Bérard, mais j’aime beaucoup ce chanteur. D’abord parce qu’il a une voix qu’on reconnait tout de suite, et aussi pour les chansons qu’il chante. Ici, c’est une chanson mélodramatique, une valse typique de la Belle Epoque, et un énorme succès en 1907 (à un tel point que 50 plus tard, „J’ai tant pleuré“ était encore enregistré par Réda Caire et André Dassary!). Cette valse a été enregistré par Dickson, mais la version enregistré la plus connue est sans doute celle de Bérard, qui date de 1907/1908. Un des succès de Bérard dans son registre „chanteur de charme“. L’autre face du disque est aussi un succès, c’est „Gaby“, encore plus mélodramatique!

Marjal „J’ai tant pleuré“

Valse Belle époque crée par Dickson en 1907. L’interprétation de Marjal est plus récente (!!!) bien entendu. Des infos sur Marjal??? Dur dur…. sinon qu’il a beaucoup enregistré les tubes des autres.

Hier noch eine neue Aufnahme von einem Sänger der sich bei youtube  Wanderratten nennt, für meinen Geschmack etwas zu schnell gesungen:

J’ai tant pleuré pour toi

Ein Nachkomme von Joseph Rico hat 2003 eine CD mit Walzern und Serenaden produziert – eine CD die ich immer wieder gerne höre. Auf der Homepage http://www.josephricomusic.com/ kann man Ausschnitte anhören und weitere Informationen über Joseph Rico finden. Interessant ist auch die Beziehung zur Firma Rico die heute zu den wichtigsten Herstellern von Spielblätter für Klarinetten und Saxofon ist.

Links zu Joseph Rico

Homepage: http://www.josephricomusic.com/

Informationen über Joseph Rico: http://www.delabelleepoqueauxanneesfolles.com/Rico.htm