Kategorie: Gastbeitrag

Gastbeitrag

Die Mandoline im World Wide Web

Claudia Graf hat im Anfang 2021 eine Projektarbeit zum Thema „Die Mandoline im World Wide Web“ gemacht. In diesem Gastbeitrag gibt sie eine Zusammenfassung ihrer Arbeit.


Ein Thema für eine Projektarbeit im Online Marketing?

Da stand ich dann doch etwas wie der sprichtwörtliche Ochs vor’m Berg, als ich erfahren habe, dass ich für die Fortbildung im Bereich Online Marketing und Social Media Manager, die ich dieses Jahr absolviert habe, eine Projektarbeit schreiben muss. Was die Formalia betraf, war diese Projektarbeit auch nichts anderes als die unzähligen
Hausarbeiten, die ich während meines Studiums geschrieben habe. Aber inhaltlich? Gar nicht so einfach, wenn man noch nie etwas mit Marketing zu tun hatte.

Der konkrete Auftrag lautete also, sich ein Unternehmen, einen Verein etc. auszuwählen, dessen Online-Auftritt verbesserungswürdig ist. Die Projektarbeit sollte dann dazu dienen, Optimierungsvorschläge zu machen auf Basis dessen, was alles an Marketingstrategien und Kniffen während der Fortbildung vermittelt wird.

Leider fiel mir da relativ schnell das Kölner Mandolinenorchester ein, in dem meine Mutter seit Jahren spielt.

Zielsetzung des ganzen Unterfangens war es, Maßnahmen zu entwickeln, um das Orchester als Marke – vor allem natürlich online – zu stärken, um dadurch neues, möglichst langfristiges Publikum zu gwinnen und somit insgesamt die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Und das alles bitte SMART (Spezifisch – Messbar – Attraktiv – Realistisch – Terminierbar); Marketingleute lieben SMARTe Ziele.

Das Orchester analysieren…

Um überhaupt ausmachen zu können, was alles verbesserungswürdig ist, stand zunächst einmal eine sehr ausführliche Situationsanalyse auf dem Plan: Was läuft gut? Was läuft schlecht? Was sind umsetzbare Zukunftsperspektiven? Was sind Risiken für das Orchester? Was sind seine Stärken und Schwächen?

Ein Risiko ist zum Beispiel, wie für alle momentan, natürlich die Corona-Krise. Chancen bzw. Zukunftsperspektiven ist die Zeit nach Corona (bzw. die Phase, in der wir uns aktuell befinden, in der wieder Kultur angeboten werden darf, weil mehr und mehr Leute geimpft sind, bzw. 3G oder 2G zum Einsatz kommen), in der die Leute sich ausgehungert auf Kulturangebote stürzen werden, weil sie Nachholbedarf haben. Eine Schwäche, was auch das Hauptproblem des Orchesters ist, stellt das hohe Alter der Spieler, aber auch des Publikums dar – etwas, das andere Zupforchester wohl ebenfalls betrifft.

Der Gegensatz Stadt-Land Orchester spielt ebenfalls eine Rolle: Ein Orchester in einer Großstadt hat mit viel mehr Konkurrenz durch andere Veranstaltungen aller Art zu kämpfen als ein Orchester in eher ländlichen Gegenden. Und da der generelle Ruf der Mandoline (siehe Abschnitt weiter unten) nicht so gut ist, werden die meisten sich dann doch eher für ein anderes Freizeitangebot entscheiden.

Ein Pluspunkt hingegen sind die erschwinglichen Preise einer Konzertkarte im Gegensatz zu beispielsweise den Preisen, die man für ein Elton John Konzert bezahlen muss.

In diesem Zusammenhang ist also auch wichtig: Wie sieht es eigentlich bei der Konkurrenz aus? Gibt es dort ähnliche Probleme oder läuft es da viel besser? Und wenn ja, warum eigentlich? Aber wie viele Zupforchester gibt es eigentlich in Deutschland? Gute Frage, nächste Frage. Es wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn der Bund Deutscher Zupfer praktischerweise eine Liste mit allen Orchestern zur Verfügung stellen würde. Lediglich die einzelnen Landesverbände listen ihre jeweiligen Mitglieder auf. Dabei darf nicht vergessen werden, dass nicht jedes Orchester Mitglied im BDZ ist.

Erst die akribisch zusammengestellte Google Maps Karte auf gezupftes.de ließ mich innerlich jubilieren, um eine Ahnung von Zupforchestern in Deutschland zu bekommen. Es gibt ungefähr 270 Zupforchester in Deutschland. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Karte der Mandolinenorchester in Deutschland
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