Autor: Michael Reichenbach

Gastbeitrag

Die Mandoline im World Wide Web

Claudia Graf hat im Anfang 2021 eine Projektarbeit zum Thema „Die Mandoline im World Wide Web“ gemacht. In diesem Gastbeitrag gibt sie eine Zusammenfassung ihrer Arbeit.


Ein Thema für eine Projektarbeit im Online Marketing?

Da stand ich dann doch etwas wie der sprichtwörtliche Ochs vor’m Berg, als ich erfahren habe, dass ich für die Fortbildung im Bereich Online Marketing und Social Media Manager, die ich dieses Jahr absolviert habe, eine Projektarbeit schreiben muss. Was die Formalia betraf, war diese Projektarbeit auch nichts anderes als die unzähligen
Hausarbeiten, die ich während meines Studiums geschrieben habe. Aber inhaltlich? Gar nicht so einfach, wenn man noch nie etwas mit Marketing zu tun hatte.

Der konkrete Auftrag lautete also, sich ein Unternehmen, einen Verein etc. auszuwählen, dessen Online-Auftritt verbesserungswürdig ist. Die Projektarbeit sollte dann dazu dienen, Optimierungsvorschläge zu machen auf Basis dessen, was alles an Marketingstrategien und Kniffen während der Fortbildung vermittelt wird.

Leider fiel mir da relativ schnell das Kölner Mandolinenorchester ein, in dem meine Mutter seit Jahren spielt.

Zielsetzung des ganzen Unterfangens war es, Maßnahmen zu entwickeln, um das Orchester als Marke – vor allem natürlich online – zu stärken, um dadurch neues, möglichst langfristiges Publikum zu gwinnen und somit insgesamt die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Und das alles bitte SMART (Spezifisch – Messbar – Attraktiv – Realistisch – Terminierbar); Marketingleute lieben SMARTe Ziele.

Das Orchester analysieren…

Um überhaupt ausmachen zu können, was alles verbesserungswürdig ist, stand zunächst einmal eine sehr ausführliche Situationsanalyse auf dem Plan: Was läuft gut? Was läuft schlecht? Was sind umsetzbare Zukunftsperspektiven? Was sind Risiken für das Orchester? Was sind seine Stärken und Schwächen?

Ein Risiko ist zum Beispiel, wie für alle momentan, natürlich die Corona-Krise. Chancen bzw. Zukunftsperspektiven ist die Zeit nach Corona (bzw. die Phase, in der wir uns aktuell befinden, in der wieder Kultur angeboten werden darf, weil mehr und mehr Leute geimpft sind, bzw. 3G oder 2G zum Einsatz kommen), in der die Leute sich ausgehungert auf Kulturangebote stürzen werden, weil sie Nachholbedarf haben. Eine Schwäche, was auch das Hauptproblem des Orchesters ist, stellt das hohe Alter der Spieler, aber auch des Publikums dar – etwas, das andere Zupforchester wohl ebenfalls betrifft.

Der Gegensatz Stadt-Land Orchester spielt ebenfalls eine Rolle: Ein Orchester in einer Großstadt hat mit viel mehr Konkurrenz durch andere Veranstaltungen aller Art zu kämpfen als ein Orchester in eher ländlichen Gegenden. Und da der generelle Ruf der Mandoline (siehe Abschnitt weiter unten) nicht so gut ist, werden die meisten sich dann doch eher für ein anderes Freizeitangebot entscheiden.

Ein Pluspunkt hingegen sind die erschwinglichen Preise einer Konzertkarte im Gegensatz zu beispielsweise den Preisen, die man für ein Elton John Konzert bezahlen muss.

In diesem Zusammenhang ist also auch wichtig: Wie sieht es eigentlich bei der Konkurrenz aus? Gibt es dort ähnliche Probleme oder läuft es da viel besser? Und wenn ja, warum eigentlich? Aber wie viele Zupforchester gibt es eigentlich in Deutschland? Gute Frage, nächste Frage. Es wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn der Bund Deutscher Zupfer praktischerweise eine Liste mit allen Orchestern zur Verfügung stellen würde. Lediglich die einzelnen Landesverbände listen ihre jeweiligen Mitglieder auf. Dabei darf nicht vergessen werden, dass nicht jedes Orchester Mitglied im BDZ ist.

Erst die akribisch zusammengestellte Google Maps Karte auf gezupftes.de ließ mich innerlich jubilieren, um eine Ahnung von Zupforchestern in Deutschland zu bekommen. Es gibt ungefähr 270 Zupforchester in Deutschland. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Karte der Mandolinenorchester in Deutschland
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Konzerte

Bundesjugendzupforchester 2021

Zum dritten Mal traf sich das Bundesjugendzupforchester dieses Jahr zu Proben und Konzerten. Ein Konzert wurde komplett als Livestream bei youtube übertragen und ist weiterhin verfügbar.

Das diesjährige Programm enthielt bis aus eine Ausnahme nur Werke von Komponistinnen. Ein Video mit Stimmen der Teilnehmer und Teinehmerinnen präsentiert das Orchester und die Dirigentin Lisa Hummel.

Präsentation des Bundesjugendzupforchesters 2021

Das Bundesjugendzupforchester hat für sein Programm einige Stücke ausgewählt die bisher noch nie von einem Zupforchester gespielt wurden. Die Bearbeitungen der Sinfonien von Maria Anna Martinez und Louise Farrenc zeigen dass Werke die im Original für Streichorchester komponiert wurden auch sehr gut mit Zupfinstrumenten aufgeführt werden können. Das Mandolinenkonzert von Daigo Marumoto wird in Japan öfters aufgeführt, in Europa ist es aber noch nicht sehr bekannt. Leider hatte die Technik bei der Übertragung dieses Stückes einige Probleme mit dem Sound. Die Okinawa-Suite von Miwa Naito ist schon eher bekannt in Deutschland, ein Stück das Spielern und Zuhörern Spass macht. Beim dritten Satz der als Zugabe gespielt wurde macht es richtig Spass den Spielern zuzusehen.

Das Bundesjugendzupforchester 2021
Clara Weise bei der Ansage

Programm

Mit den eingefügten Links können sie das Video jeweils direkt bei den einzelnen Stücken / Sätzen öffnen!

Maria Anna Martinez (1744 – 1812) (Wikipedia über Marianna von Martines)
Continuo: Sophie Schlaubitz
Sinfonie in C-Dur
1.      Allegro con spirito
2.      Andante ma non troppo
3.      Allegro spirituoso

Freya Arde (* 1988)
Restlessness

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Bandurria

Trio und Quartett mit Bandurria

Five Easy Pieces – Igor Stravinsky

In diesem Beitrag habe ich drei Videos mit Bandurrias zusammengestellt. Dabei kann man die verschiedenen Instrumentenarten sehen, Bandurria, Alt-Bandurria (bandurria contralto), Tenor-Bandurria und Bass-Bandurria.

Die ersten beiden Videos zeigen das Quartett Minos.

Im ersten Video werden die Five Easy Pieces von Igor Stravinsky gespielt. Laut Begleittext wurde das Werk – im Original für Klavier vierhändig – vom Komponisten für die Besetzung mit vier Bandurrias bearbeitet.

Extracto del concierto ofrecido por el cuarteto Minos en las IV Jornadas de Plectro y Guitarra de Segovia el 22 de febrero de 2014 en la sede de la Real Academia de Historia y Arte de San Quirce. Los componentes del cuarteto Minos son Mari Carmen Simón (bandurria soprano), Luis Giménez (bandurria contralto), Héctor M. Marín (bandurria tenor) y Ruben García-Casarrubios (bandurria bajo). Estas piezas fueron arregladas para cuarteto de bandurrias por el propio autor, dedicándoselas al célebre cuarteto Aguilar. En esta ocasión la adaptación ha corrido a cargo de Juan García Escudero. Las Five Easy Pieces son: Andante, Española, Balalaika, Napolitana y Galop.


La Oración del Torero – Joaquin Turina

Das zweite Stück ist eine Komposition von Joaquin Turina. Es handelt sich laut Begleittext um ein Originalwerk von Turina für Bandurria Quartett.

Extracto del concierto ofrecido por el cuarteto Minos en las IV Jornadas de Plectro y Guitarra de Segovia el 22 de febrero de 2014 en la sede de la Real Academia de Historia y Arte de San Quirce. Los componentes del cuarteto Minos son Mari Carmen Simón (bandurria soprano), Luis Giménez (bandurria contralto), Héctor M. Marín (bandurria tenor) y Ruben García-Casarrubios (bandurria bajo). La Oración del Torero, de Joaquín Turina, es una obra original para cuarteto de bandurrias. El autor la compuso en 1925 y se la dedicó a Elisa, Ezequiel, José y Francisco, componentes del cuarteto Aguilar.


Egberto Gismonti, Agua e Vinho – PlecTres

Das dritte Stück ist eine Bearbeitung des bekannten Stückes Agua e Vinho von Egberto Gismonti. Dieses mal wird es gespielt vom Trio PlecTres.

Extracto del concierto ofrecido por PlecTres, trío de plectro, en las VII Jornadas de Segovia, año 2017. El auditorio es la iglesia de san Nicolás de la ciudad. Marta Escudero, Rafael Tarjuelo y Rubén García Casarrubios forman PlecTres.

Viel Spass mit den Videos!

Instrumentenbau

Alfred Woll – Die Kunst des Mandolinenbaus

Alfred Woll gehört zu den führenden Mandolinenbauern in Deutschland. Seine Instrumente werden von den besten Mandolinenspielerinnen und Mandolinenspielern gespielt. Auf eine Mandoline von Alfred Woll muss man bis zu 7 Jahren warten.

In seinem gerade erschienenen Buch „Die Kunst des Mandolinenbaus“ – Entwicklungsgeschichte und Bau der Mandoline – hat Alfred Woll seine Kenntnisse über Mandolinen in herausragender Weise geteilt.

In fünf Kapiteln präsentiert Woll zunächst die Herkunft der Mandoline, den Mandolinenbau in Italien um 1900, die Mandoline in Deutschland, die Entstehung der Seiffert-Mandoline und seine Schritte zum eigenen Modell.

Im folgenden zweiten Teil zeigt Alfred Woll anschließend im Detail wie eine moderne Mandoline gebaut wird.

Ein Anhang gibt Alfred Woll dann noch einige wichtige Tipps für die Pflege und Instandhaltung der Mandoline.

Das Buch ist durchwegs mit hochwertigen und aussagekräftigen Fotos illustriert. Alfred Woll hat historische Instrumente, Seiffert-Mandolinen und seine eigenen Modelle toll in Szene gesetzt. Auch die Bilder aus der Werkstatt mit Werkzeugen, Materialien und Bildern vom Bau der Instrumente sind durchwegs sehr aussagekräftig.

Baupläne verschiedener Instrumente verdeutlichen die Konstruktion der Mandolinen.

Das Buch ist auch in englischer Sprache erhältlich.

Weitere Informationen

Caterina Lichtenberg unterhält sich mit Alfred Woll

Das komplette Interview ist für Mitglieder von Artistworks auf der Artistworks Website verfügbar.